Sonntag, 9. Dezember 2012

Pinwand 3: Aus der DKP-Debatte im Jahr 1989

Vor dem 19. Parteitag der DKP, der im Oktober 2010 stattfand, traten in der Partei unterschiedliche Plattformen in Erscheinung. Sie fanden ihren Ausdruck in einem von 84 Genossinnen und Genossen unterzeichneten "Positionspapier" und auf der anderen Seite in den "Politischen Thesen" des damaligen Sekretariats der DKP. Die beiden Plattformen stehen in einem "Spannungsverhältnis" zum Parteiprogramm, wie es der 19. Parteitag bezüglich der "Thesen" formuliert hat, zumindest aber verkörpern sie entgegengesetzte Auslegungen des Programms der DKP.
Die inhaltlichen Streitpunkte, um die es geht, entsprechen denen, die es auch in anderen KPs und zwischen den kommunistischen Parteien gibt. Meine These ist, dass wir es hier nicht mit einem relativ schnell „vorübergehenden Problem“ zu tun haben, sondern mit einer Frage, die durch die immer noch von der Niederlage des Sozialismus geprägte historische Situation der kommunistischen Bewegung und die zahlreichen unbewältigten theoretischen Herausforderungen, vor denen sie steht, bedingt ist.
Die Anhänger der beiden Plattformen in der DKP haben sich zu relativ stabilen und sich überwiegend konfrontativ gegenüberstehenden Meinungsströmungen entwickelt, durch deren Auseinandersetzung auch das Klima auf dem mittlerweile vor der Tür stehenden 20. Parteitag der DKP geprägt sein wird. Eine solche Situation ist nicht ganz neu: Sie erinnert an die Zeit der "Erneuererströmung" 1989, deren Mitglieder nach Wahlniederlagen auf einem Parteitag Anfang der 90er massenweise aus der DKP austraten.
Daher möchte ich einen Artikel aus der damaligen Auseinandersetzung hier verlinken, den ich 1989, als die Erneuerer noch in der Partei waren, für die Marxistischen Blätter geschrieben habe. Er hat zwar nichts aufhalten können, enthält aber doch einige Parallelen zur heutigen Situation, aus denen man lernen kann. Meine damals noch vorhandenen Illusionen in Gorbatschow, die in dem Artikel auch deutlich werden, mögen mir heutige Leser verzeihen. Ich habe sie erst später überwunden.
Hier der Link zum Artikel "Meinungspluralismus und kommunistische Partei"
Beate Landefeld

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